:wumpscut:: "Wreath Of Barbs" CD

Cover: :wumpscut:: Wreath Of Barbs CD © 2001, BetonKopfMedia

Man hatte in der einschlägigen Presse ja schon einiges lesen dürfen zu Rudy Ratzingers neuer Scheibe: Feierte die eine Seite der Kritiker :WUMPSCUT:s Rückkehr zu alten Werten und bezog sich damit auf den brachialen "Music For A Slaughtering Tribe"-Erstling, so lobte die andere Seite ebenfalls :WUMPSCUT:s Rückkehr zu alten Werten, meinte damit jedoch vor allem die atmosphärischen Stellen der "Bunkertor 7"-CD. Eine dritte Partei bescheinigte dem bayrischen One-Man-Projekt, sämtliche gängigen Trends des EBM- und Electro-Genres gekonnt mit seiner eigenen Handschrift zu verzieren. Viele unterschiedliche Meinungen also - wem soll man denn nun eigentlich glauben?

Die Antwort liegt irgendwo dazwischen und das ungewöhnlich helle Cover kommt nicht von ungefähr: Mit "Wreath Of Barbs" haben :WUMPSCUT: eine Art "White Album" vorgelegt. Alle Zutaten und Sounds, die man schon von seinen zahlreichen Vorgängerplatten her kennt, hat Magister Ratzinger in seiner Hexenküche in einen großen Kessel gekippt, mit ein paar gängigen Beats und einer sehr kräftigen, klaren Produktion gewürzt und mehrfach gut umgerührt.

Das Ergebnis ist von Song zu Song unterschiedlich - und so ist für Fans aus jeder Schaffensphase ganz bestimmt etwas dabei: Während "Opening The Gates Of Hell" und das plakative "Christfuck" den Geist der allerersten Stunde mit harschen Krachsamples und straighten Hammer-Beats wiederbeleben, sind in "Line Of Corpses" oder dem bemerkenswerten Titelstück "Wreath Of Barbs" Parallelen zu den ruhigeren Highlights der "Bunkertor 7"-Phase ("Thorns") hörbar. Die Vorab-Single "Deliverance" ist ein definitiver Clubhit, der mit seiner wirklich einprägsamen Melodie und der stampfenden Rhythmik sofort das Tanzbein zucken lässt. Wie immer sind :WUMPSCUT: natürlich auch auf "Wreath Of Barbs" 100%ig szenekompatibel und beschränken sich inhaltlich auf die sattsam erprobten Themen Tod, Kirche und eben alles andere, was die schwarze Seele interessiert - bei Rudy weiß man, was man hat.

Das heimliche Highlight ist für mich der Extra-Track der CD, nämlich der :WUMPSCUT:-Remix des KIRLIAN CAMERA-Klassikers "Eclipse". Mit dieser Bearbeitung deutet unser Ur-Bazi an, was er leisten könnte, wenn er einmal die Szene-Scheuklappen abnähme. Weitere Innovationen braucht man auf "Wreath Of Barbs" aber nicht zu suchen (oder aus Sicht des Fans zu befürchten?).

Fazit: Egal, welche frühere Scheibe von Rudy Ratzinger Dir am Besten gefallen hat - wenn Du überhaupt eine ältere :WUMPSCUT:-CD magst, so wird Dich auch die neue überzeugen. "Wreath Of Barbs" ist grundsolide gemacht und beinhaltet einige wirklich gute Songs. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Robertos Wertung:

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6,5 von 10 Sternen

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