Die 10 besten Alben - der Countdown:

Gary Numan: "Jagged" CD
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#10

Altmeister Gary macht auch auf "Jagged" genau das, was Trent Reznor nicht mehr hinbekommt: Düster-Rock der gehobenen Kategorie. Drummer Jerome Dillon hat der Dino zu diesem Zweck direkt von den Nine Inch Nails abgeworben. "Jagged" schließt nahtlos an Numans 2000er-Brett "Pure" an und demonstriert unmissverständlich, dass man auch im gehobenen Alter noch rocken kann.  Robertos kompletter Kommentar

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Sparks: "Hello Young Lovers" CD
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#9

Diese CD zündet erst nach ein paar Durchläufen, aber ihre Anschaffung lohnt schon allein wegen "Waterproof": Genau dieses Augenzwinkern, diesen unweigerlich ansteckenden Optimismus liebe ich an den Brüdern Ron und Russell Mael bereits seit mehr als zehn Jahren. "Hello Young Lovers" ist die konsequente Fortführung des großartigen Sparks-Opus "Lil' Beethoven" (2002).

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I Am X: "The Alternative" CD
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#8

Ob I Am X oder IAMX: Egal, wie sich Sneaker Pimps-Frontmann Chris Corner nun schreibt - er hat's auf jeden Fall ziemlich drauf. Poppige, eingängige Rockmusik mit starken 80er-Jahre-Anleihen und einem liebenswerten Hang zum Selbstmitleid. Besonders "After Every Party I Die" und die Ballade "This Will Make You Love Again" stechen durch die exaltierten Vocals Corners hervor.

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Muse: "Black Holes And Revelations" CD
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#7

Die Band um den charismatischen Sänger Matthew Bellamy präsentiert sich klanglich reifer und stilistisch offener als noch auf "Absolution". Da wundert es kaum, dass zahlreiche Songs der einstigen(?) Progressive-Rocker mittlerweile definitiv radiotauglich sind. Solange dabei solch famose Perlen wie "Starlight" herauskommen, werde ich mich ganz bestimmt nicht beschweren.

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Covenant: "Skyshaper" CD
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#6

Auch ohne die Hilfe von Produzent Jacob Hellner ist "Skyshaper" soundtechnisch sehr edel und einzigartig ausgefallen - Covenant sind und bleiben die klanglichen Visionäre der Electro-Szene. Leider fällt das Album in der zweiten Hälfte mehr und mehr ab, doch wiegen der treibende Clubhit "Ritual Noise", das zu Tränen rührende Minimal-Demo "Happy Man" und das hymnische "Brave New World" mit der famosen Gesangsleistung Eskil Simonssons dieses Minus locker wieder auf.  Lexis kompletter Kommentar

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Bela B.: "Bingo" CD
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#5

Leider mit einigen Füllern, dafür aber mit manch wirklich tollem Song: Die Ärzte-Drummer Bela B. arbeitet detailverliebter als sein Kompagnon Farin Urlaub, manchmal allerdings auch etwas behäbiger.

Dennoch: Die "B-Vertüre", "Das erste Lied des Tages" (im Duett mit dem großen Lee Hazlewood), "Wiehr thind sssuper" und "1., 2., 3." (gemeinsam mit VIVA-Moderatorin Charlotte Roche) machen einfach Spaß. Tiefsinnig und glücklicherweise nie peinlich wird's in den Balladen "Sie hat was vermisst", "Letzter Tag" und "Baby läuft fort". Mit "Hab keine Angst" gibt der selbsternannte Vampir (hier begleitet von Lula) schließlich eine charmante Antwort auf "Where The Wild Roses Grow" (Nick Cave & Kylie Minogue), eine der größten Liebesballaden aller Zeiten.

Mit einer Menge Licht und ein wenig Schatten stürmt Herr Felsenheimer auf Position 5.

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Klee: "Zwischen Himmel und Erde" CD
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#4

Ein bisschen erdiger und kantiger als der wundervolle Vorgänger "Jelängerjelieber" ist Klees Drittwerk "Zwischen Himmel und Erde" ausgefallen, doch mindestens genauso interessant. Die Songs des Kölner Trios leben ein weiteres Mal von tiefen, funkelnden Emotionen, die sich in romantischen, treffend pointierten Texten, der lieblichen Gesangsleistung von Suzie Kerstgens und einer angenehm fließenden musikalischen Umsetzung äußern. Hervorzuheben sind die rockigen Tracks "Dieser Fehler" und "Liebe mich Leben" sowie die veträumten Balladen "Die Stadt", "Am Ende der Liebe" und "Der größte Moment".

Die beste deutschsprachige CD des Jahres - hier geht die Sonne auf!  Lexis kompletter Kommentar

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Trentemøller: "The Last Resort" DoCD
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#3

Der bis dato vornehmlich als Produzent und Remixer in Erscheinung getretene Anders Trentemøller ist für mich die Überraschung 2006 und verdient sich mit seinem mehr als 70minütigen Instrumental-Album "The Last Resort" Bronze.

Dies ist zweifelsohne der Tatsache zu verdanken, dass hier nie unmotiviert die Tasten "Kopieren" und "Einfügen" gedrückt wurden, sondern dass stattdessen in fast jedem Takt eine feine Variation wahrnehmbar ist. Trotz aller Frickelei ist Trentemollers edel abgemischte Kombination aus Clicks'n'Cuts, chilligen Clubsounds und Ambient-Anleihen ein vortrefflicher Beweis dafür, wie abwechslungsreich elektronische Musik sein kann.

Die sattesten Bässe des Musikjahres gibt es hier ebenso kostenlos dazu wie eine Bonus-CD, auf der die zuvor nur auf Vinyl veröffentlichten Maxis des Dänen versammelt sind.

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Keane: "Under The Iron Sea" CD
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#2

Auf's Silbertreppchen sprinten die Briten Keane, deren zweiter Longplayer "Under The Iron Sea" nicht nur vom Titel her eine gehörige Spur tiefgründiger ausgefallen ist als ihr Debut "Hopes And Fears", eine meiner Gernhörplatten des Jahres 2004.

Neben hymnischen Perlen zeitgenössischer Popmusik ("The Frog Prince", "Nothing In My Way") finden sich auf dieser CD die großartigen Balladen "Try Again" und "Hamburg Song". Von seiner komplexeren Seite zeigt sich das Trio mit dem sphärischen Instrumental "The Iron Sea", dem schwermütig schleppenden Opener "Atlantic" und dem rhythmisch vertrackten "Broken Toy".

"Under The Iron Sea" bietet alles, was ich von einem modernen Pop-Album erwarte: tolle Melodien mit Ohrwurmcharakter, kompakte Songs mit großen Spannungsbögen und die Stimme Tom Chaplins, die nach wie vor ihresgleichen sucht. Eine reife Leistung!

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The Knife: "Silent Shout" CD
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#1

Nein, es liegt nicht daran, dass Lexi und mir auf dem "SonneMondSterne"-Festival an der Bleilochtalsperre in Thüringen die Ehre zuteil wurde, das Geschwisterpaar Karin und Olof Dreijer interviewen zu dürfen - diese Goldmedaille haben sich The Knife ausnahmslos aufgrund ihrer Kunst verdient.

Mit ihrem dritten Longplayer schaffen es die beiden Nordlichter erstmals, ein wirkliches Album vorzulegen; eine CD also, die man in Gänze konsumieren kann. Dabei fordert die Musik der Schweden weiterhin zu jeder Sekunde mit ihren zahlreichen Ecken und Kanten; man muss sich den ureigenen Klangkosmos dieses Duos wahrlich mühsam erarbeiten. Was allerdings auf den ersten Horch nicht selten skurril und teils einfach nur wirr erscheinen mag, erschließt sich von Durchlauf zu Durchlauf immer nachhaltiger. "Silent Shout" wird auf diese Weise zu einem Album, das man nicht anhand gängiger Maßstäbe bewerten kann: Zur klanglichen Einzigartigkeit gesellen sich die experimentelle Herangehensweise von The Knife und die unvoreingenommene Verschmelzung verschiedenster Stile. "This Marble House" (Karin Dreijer im Duett mit Jay-Jay Johansson) ist obendrauf einer der stärksten Songs des Jahres 2006.

Einen Extrapunkt gibt's für den Mut, einen derart vollkommenen Bremser wie "The Captain" an Position 3 der CD zu platzieren - solch ein Wagnis kann sich nur leisten, wer a) komplett independent arbeitet und b) eine echte Vision hat - oder einfach völlig durchgeknallt ist.

Elektronische Musik ohne jegliche Scheuklappen; was will man mehr?  Lexis kompletter Kommentar

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Die 10 besten Songs:

in alphabetischer Reihenfolge
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Bela B. feat. Lee Hazlewood: "Lee Hazlewood & das erste Lied des Tages"

Covenant: "Brave New World"

Faithless feat. Dido: "Last This Day"

Keane: "Try Again"

Klee: "Dieser Fehler"

The Knife feat. Jay-Jay Johansson: "This Marble House"

Muse: "Starlight"

Oomph!: "Gott ist ein Popstar"

Sparks: "Waterproof"

Trentemøller: "Moan"

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Konzerte des Jahres:

Melotron + Kontrast (03.02.2006, Tower Bremen)
Konzertfoto
© Dirk Brunken

Irgendwie sind mir Konzerte in dieser Größenordnung sehr lieb: Als Anheizer für die Neubrandenburger Melotron konnten sich auch Kontrast mal wieder angemessen in Szene setzen. Musikalisch wie menschlich war dieser Abend sehr stimmig und angenehm. Vielen Dank an Olli von "Zoff Concerts" und das freundliche Publikum im Bremer Kult-Club "Tower"!

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Covenant + Client + Rotersand (19.02.2006, Markthalle Hamburg)
Konzertfoto
© Andy Nowak

Ein flotter Dreier namhafter Electro-Formationen zum fairen Preis:

Rotersand eröffneten den Reigen mit einer immens druckvollen Performance und stellten sofort klar, dass sie weit mehr als eine Vorgruppe waren. Aus meiner Sicht die Gewinner des Abends!

Die gewollt lasziven Gesten der britischen Damen Client reichten hingegen leider nicht, um ihren Auftritt für mehr als eine halbe Stunde wirklich interessant zu gestalten - nicht schlecht zwar, doch für meinen Geschmack zu unterkühlt und insbesondere nach der energetischen Show von Rotersand etwas deplatziert.

Covenant demonstrierten im Anschluss, wer Chef im Ring war: Eine famose Lightshow untermalte ein zweistündiges Feuerwerk aus Songs des aktuellen "Skyshaper"-Albums und natürlich allen Klassikern der Schweden. Elektronische Musik kann definitiv rocken!

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Klee (19.09.2006, Modernes Bremen)
Konzertfoto
© UwePhilly

Die charismatische Suzie Kerstgens und ihre Mannen begeisterten das größtenteils studentisch anmutende Publikum mit einer stimmigen und clever aufgebauten Show, deren Intensität von Song zu Song immer weiter zunahm. Großartig der Suchscheinwerfer-Effekt zu "Lichtstrahl" und natürlich die liebliche Performance von Frontfrau Suzie. Klee sind spätestens mit ihrem dritten Album "Zwischen Himmel und Erde" zu einer bemerkenswerten Größe in der deutschen Rock-Szene gereift.

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SonneMondSterne-Festival (11.-12.08.2006, Bleilochtalsperre Saalburg)
Konzertfoto
© sloejoe

Ein mehrtägiges Festival mit zahllosen Partyzelten und Bühnen sowie einer gigantischen "Main Stage" unter freiem Himmel jährte sich im August zum zehnten Mal: Hauptsächlich geht es beim "SMS" um Techno-Musik und so las sich die DJ-Liste wie die eines All-Star-Teams der Bewegung - sogar die Altmeister Kevin Saunderson und Afrika Bambaataa waren mit von der Partie. Live traten u.a. WestBam (mit einer wirklich mitreißenden Show) und The Knife (sehr künstlerisch künstlich) auf.

Zudem performten zahlreiche bekannte Acts aus anderen Szenen: Paula, Mia., die Scissor Sisters und als absolutes Highlight die legendären Kraftwerk (einzige Show des Jahres in Deutschland). Ein Moderatoren-Job beim Festival-Radiosender "Frequenzwechsel" (Vielen Dank, Jens!) gewährte Lexi und mir nicht nur freien Eintritt, sondern auch den einen oder anderen Blick hinter die Kulissen - allein das Interview, das wir mit The Knife führen durften, war die Reise wert.

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