Kurz und schmerzlos - Die 5 besten Alben

Michael Rother: "Remember - The Great Adventure" CD
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Das fast 8jährige Warten seit "Esperanza" (1996) hat sich gelohnt: Kraftwerk-, Harmonia- und Neu!-Altmeister Michael Rother hat es mit "Remember - The Great Adventure" ein vielleicht letztes Mal allen gezeigt; und das mit gesanglicher Unterstützung von u.a. Herbert Grönemeyer. Nie war Rother seinem Ziel, mit drei Noten das Herz zu erschüttern, näher als in "Elevation No. 9". Und selten zuvor hat jemand einer Gesangsstimme eine schönere musikalische Liebeserklärung zur Seite gestellt als Rother der von Sophie Williams in "He Said". Auf dieser CD hört man zu jeder Sekunde die größtmögliche innere Ruhe ihres Schöpfers Michael Rother. So einfach und schön kann Musik sein.  Robertos kompletter Kommentar

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John Alexander Ericson: "Songs For Quiet Souls" CD
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Alter Schwede! Northern Territories-Sänger John Alexander Ericson fand anno 2004 endlich ein Label, das bereit war, sein Solo-Album zu veröffentlichen. Ursprünglich war "Songs For Quiet Souls" bereits in 2001 fertiggestellt worden und wäre fast für immer im Archiv verschwunden. Leise, schwebende Elektronik, behutsames Gitarrenspiel und der leidenschaftliche Gesang Ericsons ergeben eine Melange von einzigartiger, fragiler Schönheit. Der Titel ist Programm.  Robertos kompletter Kommentar

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Keane: "Hopes And Fears" CD
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Zweifelsohne waren Keane die große Überraschung des vergangenen Jahres. Auf "Hopes And Fears" werden Brit-Pop und Spielfreude, zwei scheinbar zwangsläufig gegensätzliche Pole, erstmals überzeugend miteinander verbunden. Die einprägsamen, leichtläufigen Melodien von Tim Rice-Oxley sowie der klare Gesang von Tom Chaplin machen das Debut der drei Newcomer zu meiner definitiven Gernhör-Platte 2004. Keane können problemlos in die Fußstapfen von Talk Talk oder a-ha treten. Coldplay de Luxe!  Robertos kompletter Kommentar

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Klee: "Jelängerjelieber" CD
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Abgeklärt und trotzdem emotional: "Keine zehn Pferde bringen mich von hier weg", singt Suzie Kerstgens selbstbewusst. Waren Klee in 2003 noch euphorisierend, so transportiert "Jelängerjelieber" mit relaxten Songs und deutschen Texten fernab jeder Peinlichkeit eine beeindruckende Ausgeglichenheit und Selbstsicherheit. Mit "Wunsch frei" hat die Band zudem die wohl schönste Abschiedsballade der letzten Jahre auf CD gebannt. "Das hier ist für alle die, die es wissen - dass man alles kann, doch man muss nichts müssen." - Wir sind Helden für Reiche!

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Kirlian Camera: "Invisible Front.2005" CD
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Zahlreiche Bands produzieren schwermütige Musik, doch Angelo Bergamini und seine wechselnden Sängerinnen (aktuell Elena Alice Fossi) fangen erst dort an, wo die letzten Tränen schon vergossen sind, die letzten Worte bereits gesprochen und der letzte Kampfgeist längst versiegt. "Invisible Front.2005" bringt alle Elemente der mehr als 20jährigen Karriere dieser absolut einzigartigen Formation auf den Punkt. Alles gipfelt im Bonus-Track "Days To Come" mit seiner Schlusszeile: "I have joy and death within myself." - Niemand hat je die Sehnsucht nach einem erlösenden Tod glaubwürdiger vertont als Kirlian Camera. Klang gewordene Melancholie; beängstigend echt und faszinierend schön zugleich.  Robertos kompletter Kommentar

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Verlängerung - Die 5 "auch guten" Alben

Front Line Assembly: "Civilization" CD
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starkes, für FLA-Verhältnisse extrem melodiöses Comeback-Album in der "klassischen" Besetzung Bill Leeb und Rhys Fulber  Robertos kompletter Kommentar

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Depeche Mode: "Remixes 81...04" 3 CD-Box
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interessante Werkschau mit zahlreichen neuen Remixes, die eine regelrechte DM-Euphorie bei mir auslöste  Robertos kompletter Kommentar

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Client: "City" CD
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herb laszives 80er-Jahre-Retro-Album zweier britischer Ladies in der Tradition der Eurythmics oder der Pet Shop Boys  Robertos kompletter Kommentar

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Rammstein: "Reise, Reise" CD
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als Spiegel der Gegenwart nach wie vor sehr relevant - technisch und vom Songwriting her eine weitere Steigerung gegenüber "Mutter"; die legendären Laibach lieferten einen Remix der Single "Ohne Dich"  Lexis kompletter Kommentar

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Unheilig: "Zelluloid" CD
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für mich das überraschendste Szene-Album 2004; handwerklich sehr amtlich, melodiös und teilweise gar mit einem leichten Augenzwinkern

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Elfmeterschießen - Die Sonderpreise

Konzerte des Jahres
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Kontrast + Illuminate (19.03.2004, Berga/Elster)

Der erfolgreichste Abend einer insgesamt wirklich gelungenen und sehr lehrreichen Tournee: Das kleine Berga in der thüringischen Provinz sollte sich mit seinem herzlichen, begeisterungsfähigen Publikum und seinen zuvorkommenden und zuverlässigen Organisatoren wiederum als Kontrast-Hochburg erweisen. Solche Abende sind es, für die es sich lohnt, monatelang im Studio zu arbeiten. Im Juli rockten wir im Rahmen des ersten "Dark Feelings"-Festiavls erneut das Haus (bzw. die "Stadthalle"). Und seid gewiss: Es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein.

Peter Gabriel (20.05.2004, Preussag-Arena Hannover)

Mein erstes "Massen-Event": Altmeister Peter Gabriel füllte die riesige "Preussag-Arena" in Hannover spielend und präsentierte mit seiner fantastischen, spielfreudigen Band souverän ein gefeiertes "Greatest Hits"-Programm. Beeindruckende Licht- und Show-Effekte auf der Rundbühne ließen mir ein um's andere Mal den Mund offen stehen. Faszinierend, wie gut der Sound in einer so großen Arena sein kann - und zudem, wie begeisterungsfähig ein "normales" Publikum ist.

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Frechheit des Jahres
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Die Nibelungen (SAT.1-TV-Film)

Die SAT.1-Verfilmung von "Die Nibelungen" mit dem ungehobelten Schönling Benno Fürmann in der Hauptrolle war (passend zur Weihnachtszeit) die deutsche Antwort auf die "Herr der Ringe"-Trilogie: Auf Charaktertiefe wurde wie bei Peter Jacksons Blockbustern zugunsten farbiger Action verzichtet; dafür durfte inhaltlich auch schon mal ein bißchen modifiziert werden. Die schauspielerischen Leistungen von Benno Fürmann und "Terminatrix" Kristina Lokken, die die harsche nordische Königin mimen durfte, tendierten gegen null. Bin gespannt, wann "RTL 2" als Antwort auf Oliver Stones "Alexander" das Leben Karls des Großen verfilmt.

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In der Umkleidekabine - Was sonst noch war

Mit Duran Duran kehrte eine weitere 80er-Jahre-Legende ins Rampenlicht zurück. Ihr Album "Astronaut" war gefällig - mehr aber auch nicht. Placebo veröffentlichten eine Singles-Collection unter dem Titel "Once More With Feeling".

Faithless meldeten sich nach langer Pause mit dem durchschnittlichen Longplayer "No Roots" und der interessanten Single "Mass Destruction" zurück. Das Album "Es wird morgen" von 2raumwohnung war das erste, das vom Label BMG in drei Preisvarianten ("Basic", "Standard" und "Premium") herausgebracht wurde - leider konnte es bei Weitem nicht das halten, was die famose Vorab-Single "Spiel mit" versprochen hatte.

Legende Peter Gabriel beglückte die Welt nicht nur mit der Fortsetzung seiner "Growing Up"-Tournee, sondern auch mit den Werkschauen "Hit" (Doppel-"Best Of"-CD) und "Play > The Videos" (DVD).

Ein belgischer Kinderchor namens Scala steckte Rock- und Popklassiker in ein völlig neues Gewand: Die für den deutschen Markt eingesungene Bonus-CD lieferte eine großartige Version von Wolfsheims "Kein zurück".

Den Vogel schoss der Berliner "Aggro"-Rapper Sido mit seinen auf MTVIVA bis zum Abwinken genudelten Millieustudien "Mein Block" und "Fuffies im Club" sowie seinem Longplayer "Maske" ab - der perfekte akustische Beweis dafür, warum Deutschland in der Pisa-Studie so schlecht abgeschnitten hat.

Die Szene-Größen Hocico ("Wrack And Ruin"), Helium Vola ("Liod") und Das Ich ("Lava") legten routinierte Alben auf hohem Niveau vor. Das Ich veröffentlichten "Lava" dabei gleich in zwei Versionen, namentlich der regulären Ausgabe "Glut" und der Club- bzw. Remix-Variante "Asche" - auch ein Weg, um rückläufigen Verkaufszahlen zu begegnen.

Apoptygma Berzerk-Mastermind Stephan Groth lebte unter dem Etikett Fairlight Children auf "808 Bit" seine Vorliebe für die analoge Ästhetik der 80er Jahre und charmantes C=64-Gefiepe aus.

Die Electro-Überraschung des Jahres waren die süddeutschen Newcomer Eurocide, die mit ihrer Debut-CD zur ernsthaften Konkurrenz für Funker Vogt erwuchsen. Sicher, "Europe In Dust" bedient alle sattsam bekannten Klischees, doch die Songs grooven wirklich.

Und vergessen wir nicht ganz: Auch Kontrast hatten mit "Industrie<>Romantik" ein neues Album am Start und waren im Frühjahr als Support von Illuminate auf Welttournee durch Deutschland...

 

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Was meint Lexi?

Wer ist Roberto?

 

Anderer Leute Wertungen:

2004 Soundtracks: Der Jahresrückblick

2 Kommentare

I.M. Reisssack sagte am 24.01.2005 um 11:22 Uhr:

2004 Soundtracks

Meine 10 besten Alben 2004:

10 Archive: "Noise"
09 Speichler: "Halb Mensch-Halb Zahn"
08 Die Raketen: "Ahoi"
07 Kirlian Camera: "Invisible Front 2005"
06 Einstürzende Neubauten: "Perpetuum Mobile"
05 The Faint: "Wet from Birth"
04 Rotoskop: "meet: dazerdoreal"
03 Nick Cave: "Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus"
02 Xiu Xiu: "Fabulous Muscles"
01 Der Plan: "Die Verschwörung"

Beste Konzerte 2004:

Einstürzende Neubauten "Grundstück-Konzert"
03./04.Nov.,Volkspalast Berlin

Karl Bartos
Parkbühns Leipzig im Rahmen des WGT 2004

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Lexi sagte am 27.01.2005 um 00:35 Uhr:

2004 Soundtracks

Hiho Stefan,

schöne Idee, hier auch Deine Jahresendabrechnung zu posten.

Meine 10 besten Alben 2004:

10 Archive: "Noise"

Wahrscheinlich ist diese Platte nicht schlechter als das legendäre "You All Look The Same To Me", aber irgendwie war's nicht so ein Hammerschlag, weil der Überraschungseffekt fehlte.

Warst Du auch auf dem Konzert (das mit Band, nicht das Akustik) in Berlin?

09 Speichler: "Halb Mensch-Halb Zahn"

Was man auf der empfehlenswerten Webseite hören und sehen kann ist fürwahr noch kranker als der seelige Bodystyler.

08 Die Raketen: "Ahoi"

Hui, taugen die auch auf Albumlänge? Die Singles fand ich ja klasse.

07 Kirlian Camera: "Invisible Front 2005"

Im Gegensatz zu Roberto war mir die Band ja immer zu kalt.

06 Einstürzende Neubauten: "Perpetuum Mobile"

Ich weeß nich. Mir kommt's so vor, als ob Blixa und Co. immer weniger zu sagen haben und Platten nur noch machen, um Platten zu machen. Relevant sind sie leider nicht mehr. :-(

05 The Faint: "Wet from Birth"

Wenn Dir das gefällt, dann hör Ende Januar unbedingt mal in "Deep Cuts" von The Knife rein!!!

04 Rotoskop: "meet: dazerdoreal"

???

03 Nick Cave: "Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus"

Der hat mich mit "No More Shall We Part" leider vollends aus seiner "Höhle" vertrieben.

02 Xiu Xiu: "Fabulous Muscles"

???

01 Der Plan: "Die Verschwörung"

Echt? Haben die's noch drauf?

Beste Konzerte 2004:

Einstürzende Neubauten "Grundstück-Konzert"
03./04.Nov.,Volkspalast Berlin

Mein uneingeschränkter Neid ist bei Dir! Ich hab von dem zweiten (wohl öffentlichen) Konzert erst viel zu spät erfahren.

Karl Bartos
Parkbühns Leipzig im Rahmen des WGT 2004

Kalle versucht's ja am 24.03.2005 noch mal im rbb-Sendesaal / Berlin. Vielleicht klappt's diesmal ja mit Unterstützung von Radio Eins, dass das Konzert nicht schon wieder abgesagt wird.

Ein schönes Musikjahr 05 noch!

Lexi

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