Text und Ton (2000) über

Kontrast: Einheitsschritt 2000 MCD

ISECS haben das Y2K-Problem auf ihre eigene Weise gelöst. Kurzerhand nannte man sich in KONTRAST um und veröffentlichte unter neuem Namen eine MCD. Ob es nötig gewesen wäre, den ohnehin sehr beliebten Song neu zu überarbeiten, sei dahingestellt. Fest steht: Die Version ist gelungen und wird die Tanzflächen wieder füllen. Mit von der Partie sind noch die Herzschmerz-Ballade "Freiheit?", ein wunderschönes Duett mit WELLE:ERDBALL-Charme und "Deutsches Land".

Lobenswert an diesem Stück ist, dass die Jungens von KONTRAST im Rahmen der Initiative "Grufties gegen rechts" eindeutig gegen braune Tendenzen in der Szene Stellung nehmen. Das Jahr 2000 kann kommen. Und nicht vergessen: 3 Schritte vor und 3 zurück...

Note 2

nach oben

Refraktor (1999) über

Kontrast: Einheitsschritt 2000 MCD

"Raider heißt jetzt Twix und ISECS heißen jetzt KONTRAST", so wirbt die Band in ihrer Anzeige. Und genau so ist es auch. ISECS haben so mir nichts dir nichts ihren Namen in KONTRAST verändert.

Auf dieser MCD befinden sich drei Titel, zum einen "Einheitsschritt 2000". Der Mix hat sich für mich nicht vom Original verändert. Auch beim Song "Deutschland" ist es so, oder sind meine Ohren verstopft?

Damals wie heute finde ich beide Songs sehr gut, textlich wie auch musikalisch!!!

"Einheitsschritt" ist so richtig szenekritisch und läßt mich jedesmal aufs neue richtig schmunzeln, beschreibt doch der Song die Realität der schwarzen Gruftie-Szene. Und beim Song "Deutsches Land" beziehen KONTRAST eindeutig Stellung "gegen Rechts".

Ein für mich ganz neuer Song ist "Freiheit?". Bei dieser Nummer gibt es erstmals auch weiblichen Gesang, klingt echt klasse und ist für mich zur Zeit der KONTRAST-Hit schlechthin!!!

Also nicht lange warten und 13,- DM an die Band geschickt.

Kontaktadresse: Roberto "Lorenz" Lindner, An der Herrenweide 13, 49356 Diepholz.

Der Micha

nach oben

Text und Ton (2000) über

Transistor: Transmission 001 MC

Das KONTRAST-Nebenprojekt bewegt sich in sicheren, nostalgischen Klängen irgendwo zwischen Kraftwerk, frühen Depeche Mode, Ultravox und der ersten Recoil (besonders die). Alle Stücke sind instrumental gehalten und baden in warmen, pulsierenden Analogklängen. Innovationslawienen werden zwar nicht losgetreten, ist aber wohl auch nicht der Sinn des Projektes. Vielmehr geht es mehr um das Ausreizen dieser Klangquellen und das wohlige Gefühl der New Wave Disco 80er, ohne zu Popsongs zu mutieren, denn die Durchschnittslänge pendelt sich bei 8 Minuten ein. Lohnt sich auf jeden Fall, auch schon, weil für läppische 6 DM, incl. Porto, zu kriegen.

nach oben

Zillo (1999) zum

CD-Sampler "e" (KafueSysteme/Triton)

Nachdem sich das Bremer KAFUE-Systeme-Label mit Industrial-Acts wie Notstandskomitee, Elektronengehirn und Missratener Sohn in der härteren Electro-Fraktion einen Namen machen konnte, legt Volker Tietjen mit "E" einen beachtenswerten Überblick über neue Töne in der elektronischen Musik nach. Eröffnet von KiEws längst zum Clubhit avanciertem "Feierabend in Kiew", bietet "E" zwar überwiegend noisige bis tanzbare Industrial-Tracks von Bands wie Das Lolitakollektiv, Triebwerk und den erwähnten KAFUE-Acts, doch ist mit "Invisible Alienation 98" von Conscience beispielsweise auch ein recht poppiger Titel vertreten, während auf der anderen Seite auch einfach nur rhythmische Electro-Tracks von Bands wie Cyberthreat, KONTRAST oder Alien Skull Paint stehen, die über eine hervorragende Club-Qualität verfügen.

Dirk Hofmann

nach oben

Schrei (1999) zum

CD-Sampler "e" (KafueSysteme/Triton)

"Im Extrem-Kampf oder Free-Fight oder Ultimate-Fight ist nahezu alles erlaubt. Bis auf Finger in die Augen stechen und Attacken auf die Genitalien..." - Wenn dieses Sample in den schwarzen Tanz-Tempeln unserer Region erklingt, wird es eng auf den Tanzflächen. Leider war der Longplayer "Kiew killz" von KiEw, auf dem der Szene-Hit "Feierabend in Kiew" zu finden ist, lange Zeit nur schwierig zu bekommen und ist mittlerweile wohl restlos ausverkauft. Grund genug für Volker Tietjen, mit diesem Song seine "e"-Compilation zu eröffnen. Das "e" steht für "Electronic Music Compilation", und dementsprechend wurden die insgesamt 14 Stücke auch ausgewählt, so dass für jeden Geschmack was dabei sein dürfte:

Während Conscience mit "Invisible Alienation 98" einen Synth-Pop-Song beisteuern, werden Industrial-Fans bei "Anus Power" von Missratener Sohn auf ihre Kosten kommen. Der Song "See You Again" von Alien Skull Paint erinnert irgendwie an das kultige "Nag Nag Nag" von Cabaret Voltaire, und wer's lieber etwas ironisch mag, wird sich über "Tod... find' ich gut" von KONTRAST (ehemals ISECS) freuen. Der Sampler ist mit seinen 14 äußerst abwechslungsreichen Tracks auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung.

4 von 5 Schädeln

Nina Gerdes

nach oben

Klirrfaktor-Review (1999) zum

CD-Sampler "e" (KafueSysteme/Triton)

Überwiegend ist auf diesem Sampler ja eher Industrial, Noise-Ambient und Artverwandtes zu finden, aber irgendwie ist auch mit Conscience eine Synthiepopband, sowie ein EBM-Projekt (KONTRAST, ehemals ISECS) und ein paar andere melodischere Sachen mit dazwischen geraten. Alle Bands sind irgendwo zwischen "unbekannt" und "Hey, die stehen kurz vor'm Durchbruch" anzusiedeln, alle ein mehr oder weniger wichtiger Bestandteil der Demo-Szene.

Mein Favorit auf diesem Sampler ist KiEw mit ihrem Mini-Clubhit "Feierabend in Kiew", aber ich muss zugeben, dass ich da nicht ganz unvorbelastet bin, denn mit dem guten Thedi stehe ich schon längere Zeit in Mail-Kontakt.

Auch lustig sind KONTRAST mit Ihrer Szeneparodie "Tod... find ich gut", die mir etwas mehr zusagt als das meiner Meinung nach überbewertete "Einheitsschritt".

Sonstige Anspieltips: Missratener Sohn, Alien Skull Paint, Triebwerk und Notstandskomitee. Der Rest ist auch nicht unbedingt schlecht, allerdings fehlt irgendwas, um sich bei mir im Kopf festzusetzen.

nach oben

Refraktor (1998) über

ISECS: Tod... find' ich gut! MC

Stammleser des Refraktor's kennen ISECS ja schon längst, und auch die Käufer des Zillo-Club-Hits-Samplers Vol. 2 dürften ISECS mit ihrem Song "Einheitsschritt" kennen. Das neueste Werk "Tod... find' ich gut!" bietet uns einen Überblick über ihr bisheriges Schaffen. So sind hier alle großen Hits, meist in neuen Versionen zu hören.

Da ich natürlich schon positiv voreingenommen bin, kann ich nur sagen "Leute kauft das Tape, es ist der absolute Hammer!!!", dabei kostet das Tape nur 8,- DM pro Stück, da kann man ja eigentlich gleich zwei kaufen, hi, hi...

Der Micha

nach oben

Bodystyler (1997) zum

CD-Sampler Electronic Future Vol. 1 (Theatry)

Hier wieder mal eine Nachwuchscompilation, die Synthiepop und EBM von bisher unbekannten Bands bietet. Im Gegensatz zu manch anderem Sampler dieser Machart zeigen diese 18 Tracks auf 73 Minuten, daß wirklich noch tolle Bands ohne Plattenvertrag dastehen (wie lange noch???). Bands wie Condition One, No Decay, Secret Hope oder Crying Silence machen starken Synthiepop, der so manchen Act mit Labeldeal hinter sich läßt, ebenso wie EBM von Bands wie Shadows In The Dark, Deuterium oder ISECS mit dem kultigen "Einheitsschritt".

Der Sound der CD kann sich ebenso mit professionellen Studioproduktionen messen. Sicherlich ist nicht jeder Song ein Volltreffer, aber es sind einige Juwelen enthalten, so dass ich den Kauf dieser Scheibe nur empfehlen kann. Da sie auf 1000 Stück limitiert ist, wird sie nur in Eigenregie vertrieben.

9 von 10 Punkten

Tobias Matkowitz

nach oben

F.O.C. (1997) über

ISECS: Elektronische Körper-Musik? MC

Nein, würde ich sagen. Aber weil das kein sehr gekonnter Anfang für eine Rezension ist, formulieren wir doch mal lieber einen ganzen Satz: Also, rein elektronisch ist die Musik der 1992 gegründeten Formation sicherlich. Aber sie ist zu facettenreich, um sie in die EBM-Schublade zu packen. Was sich allerdings wie ein roter Faden durch alle Stücke zieht, die zwischen Synthie-Pop, Electro und Wave anzusiedeln sind, ist der Sound, welcher ganz und gar den 80ern verschrieben ist, so stark, dass die Vermutung gerechtfertigt erscheint, dass dieses Tape mit Equipment aus dieser Zeit erstellt wurde.

Es werden recht simpel gehaltene Kompositionen dargeboten, die jedoch zu gefallen vermögen. Gelungener sind der ausdrucksstarke Gesang und die meist deutschen Texte, die sehr direkt sind und sich meist kritisch sowohl mit aktuellen (Rechtsradikalismus in Deutschland) als auch ewigen Themen wie Individualismus auseinandersetzen.

Hervorzuheben ist vor allem der Song "Einheisschritt", der die Dogmen der schwarzen Szene verurteilt, da sie eines der Fundamente dieser Szene, die Toleranz, zerstören. Dieses Stück ist übrigens auch auf dem Sampler "Magic Of The Place" enthalten...

nach oben

New Life in der Rubrik "Bandschleifen" (1996) über

ISECS: Elektronische Körper-Musik? MC

Auch von dieser Band habe ich schon mal ein Tape rezensiert, das zwei gute und drei eher dürftige Tracks enthielt. Inspiriert von meiner Kritik (soll ich das eigentlich glauben???) haben sich die Jungs nun noch mehr Mühe gegeben und haben die bemängelten Songs völlig neu überarbeitet oder einfach ausgemustert, dazu neue Tracks komponiert, so dass es diesmal zehn Songs sind, die dieses zweite Tape von ISECS bietet. Und siehe da, sie haben sich sich wirklich stark verbessert. Ein Song wie "The Missing Link" liegt nun in zwei unterschiedlichen Versionen vor, die viel besser sind als die Ur-Version. Musikalisch bieten ISECS Musik zwischen Synthiepop und EBM, rein elektronisch, recht melodiös und auch textlich interessant. Ist auch der Sound noch nicht völlig optimiert, so doch gut hörbar. Eine positive Entwicklung dieser Band ist klar zu Erkennen. "EKM" erinnert mich an And One, ist aber nicht abgekupfert oder so. Auch die anderen Songs sind gut, lediglich "Blessed Are Those Who Never Think" ist etwas öde. Weiter so.

nach oben

New Life in der Rubrik "Bandschleifen" (1995) über

ISECS: The Missing Link With The Key To Your Heart MC

Hinter ISECS stecken drei 20jährige Jungs, die mit der Unterstützung ihres Musiklehrers dieses Tape aufgenommen haben, auf dem sich vier Tracks plus Bonustrack befinden. Die Musik ist rein elektronisch und sehr abwechslungsreich, alle vier Songs gehen in verschiedene Richtungen.

Der Opener "Einheitsschritt" klingt schon sehr EBM-ähnlich und beschäftigt sich textlich auf ironische Weise mit dem Verfall der Gruftie-Szene. Ein guter Song mit coolem Text.

"The Missing Link", der als Liveversion auch den Bonus darstellt, ist ein Elektro-Wave-Song, der mich aber nicht so vom Hocker reißt.

"Klangkling 75" ist ein instrumentales Stück, das, wie der Name schon vermuten läßt, von den früheren Kraftwerk beeinflusst ist, ein melodiöser, schöner Track.

"Lichter der Stadt" beschäftigt sich mit der (Vor-) Weihnachtszeit, sehr ruhig, lediglich mit Piano und Streichern zusätzlich zur Stimme instrumentiert.

Ich denke, die Band hat durchaus Potential, das sie ausschöpfen kann, aber sie muss noch mehr an sich und den bemängelten Songs arbeiten, was die Musik aber nicht schlecht machen soll, das ist sie nämlich nicht. Der Gesang ist ganz gut, aber gewöhnungsbedürftig. Es ist jedenfalls kein Fehler, sich dieses Tape ruhig mal anzuhören.