Phillip Boa: "20 Years Of Indie Cult" EPCD

Cover: Phillip Boa: 20 Years Of Indie Cult EPCD © 2005, L'Age D'Or/Lado Musik GmbH

Besser, als mit dieser Überschrift (zu lesen auf Phillip Boas Homepage) kann man die Musik dieses exzentrischen Künstlers kaum beschreiben. Legendär sind seine oftmals arrogant wirkenden Live-Darbietungen, bei denen er immer wieder die ebenso legendären Arschloch-Gesänge geradezu herausforderte.

20 Jahre haben Phillip Boa & The Voodoo-Club nun auf dem Buckel. So manch anderer Künstler hätte diese Gelegenheit genutzt, eine Best-of zu veröffentlichen, womöglich noch in der verkaufsstärkeren Vorweihnachtszeit. Nicht so Phillip Boa, der für die Veröffentlichung seiner 5-Track-EP den Frühling wählt und zudem einen kurzen, dafür aussagekräftigen Überblick über seine Vorstellung alternativer Musik gibt.

Eröffnet wird der Reigen mit dem Lied "Der Himmel", das bereits 2001 von Pia Lund(a) auf Ihrem Soloalbum "La Folie Angelique" veröffentlicht wurde. Während der Herbst-Tour 2004 fand es dann Einzug in das Live-Set des Voodoo-Clubs und wurde von den Fans begeistert aufgenommen. Mit seinem von Pia Lund(a) elfenhaft vorgetragenen romantischen Text und der schönen Melodie folgt es der Tradition von "Love On Sale" oder "And Then She Kissed Her".

Es folgen mit "I Dedicate My Soul To You (2005)" und "Love On Sale (2005)" zwei neu interpretierte Boa-Klassiker, die in ihrer 2005er-Version rockiger und direkter daherkommen. Dass gerade diese Songs für die EP ausgewählt wurden, verwundert kaum, war doch "I Dedicate My Soul To You" vom 86er-Album "Aristocracie" der erste große Hit und "Love On Sale" vom 93er-Werk "Boaphenia" sozusagen die Comeback-Single nach der selbst auferlegten Auszeit.

Beim Velvet Underground-Cover "I Can't Stand It" wurde die Melodie in das leicht verquere Boa-Gewandt gepackt. Wie auch schon "Der Himmel", fand auch "I Can't Stand It" seinen Weg auf diese EP über das Live-Set. Obwohl der Text gut zu Phillip Boas nöligem Gesang passt, wirkt dieser Track auf der CD doch leicht deplaziert.

Zum Abschluss stellt uns Phillip Boa noch "Picasso's Dog" vor. Der kräftige Basslauf, die rockigen Gitarren und der schöne Refrain machen dieses Lied zu einem der wohl schönsten Boa-Songs der letzten Jahre. Gut, dass Herr Boa diesen Track, der ursprünglich nur für das Fan-Magazin "Persona Non Grata" gedacht war, wieder veröffentlicht hat.

Mit der "20 Years of Indie-Cult EP" haben Phillip Boa und sein Voodoo-Club ein schönes Lebenszeichen veröffentlicht. Mit "Der Himmel" und "Picasso's Dog" enthält die CD eindrucksvolle Songs, die unterstreichen, dass man Phillip Boa & The Voodoo-Club noch längst nicht abschreiben sollte. Es wäre ihm zu wünschen, dass ihm noch mal ein komplettes Album prall gefüllt mit solch intensiven Songs glücken würde.

Christians Wertung:

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7 von 10 Sternen

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